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Meine Aufgaben in der EPSA

Hallo! Mein Name ist Andreas Zehetner. Ich bin 56 Jahre alt, arbeite in der Lebenshilfe Niederösterreich Werkstätte Mödling und wohne im Wohnhaus Wiener Neudorf.

Ich bin Mitglied im Mitsprache-Team der Lebenshilfe Niederösterreich und seit 2007 im Selbstvertreterbeirat der Lebenshilfe Österreich. Außerdem bin ich seit 22. Mai 2015 bei der EPSA.

Die EPSA ist die europäische Plattform für Selbstvertreter*innen in Aktion. Darin vertreten sind 20 Selbstvertreter-Organisationen aus 17 Ländern. Die EPSA wird vom europäischen Dachverband Inklusion Europe unterstützt und hat ihren Sitz ist in Brüssel.

Die EPSA hat eine Steuerungsgruppe mit 5 Personen aus 5 verschiedenen Ländern. Zurzeit sind darin Spanien, Ungarn, Rumänien, Schottland und Österreich (Lebenshilfe Österreich und das Selbstvertretungszentrum Wien) vertreten. Die Steuerungsgruppe bereitet Veranstaltungen auf der europäischen Ebene vor. Man bespricht auch jene Themen, die im eigenen Land gerade aktuell sind.

Der Selbstvertreterbeirat der Lebenshilfe Österreich hat mich im September 2014 für die EPSA nominiert. Am 22. Mai 2015 wurde ich, gemeinsam mit meinem Kollegen Harry Rosh aus London, in Rom in die EPSA aufgenommen. Ein überwältigendes Gefühl! Ich habe dort den Selbstvertreterbeirat der Lebenshilfe Österreich vorgestellt.

Seither macht mir die Arbeit auf der europäischen Ebene sehr viel Spaß, denn ich lerne viele Menschen und ihre jeweilige Kultur kennen.

Meine Aktivitäten seit meiner Nominierung in die EPSA:

März 2015              Treffen Prag zum Thema inklusive Bildung und Leitung einer Arbeitsgruppe
Juni 2015                 Lübeck Tagung zur inklusiven Bildung
2016                         Lissabon & Bologna Austauschtreffen und Arbeitsgruppe zum Thema Wohnen
Mai 2017                  EPSA Treffen in Madrid
Dezember 2017      Besuch im Europa-Parlament in Brüssel zum Thema UN-Behindertenrechtskonvention und
                                  europäische Behindertenstrategie
2018                         Peniche (Portugal) Erstellung eines Entwurfs eines Gewaltschutzplan
                                  Birmingham Treffen zum Thema Gewalt an Frauen mit Behinderungen
2019                         EPSA Tagung in Vilnius, Litauen: hier habe ich die Generalversammlung der Inklusion
                                  Europe eröffnet
                                  Übergabe der Kandidatenliste für die EU-Wahl der Europäischen Behindertenstrategie

Meine Reisen waren mit zahlreichen Erlebnissen und einschneidenden Momenten verbunden. Wie einer Nacht am Flughafen Düsseldorf 2018 auf dem Weg nach Birmingham. Oder einem beinahe Beinbruch in Vilnius, weil die Stufe einer Statue nicht markiert war.

Das Corona-Virus hat 2020 zahlreiche Treffen nicht stattfinden lassen. Gleichzeitig war dies der Start für Online-Konferenzen. Das war anfangs gar nicht so einfach, weil viele Selbstvertreter*innen Unterstützung dabei brauchten. Aber mittlerweile funktioniert das sehr gut.

2021 wäre in Brüssel die EPSA-Tagung „Hört unsere Stimmen“ abgehalten worden. Diese wurde wegen Corona leider ebenfalls abgesagt. Stattdessen gibt es in den Mitgliedsländern Gesprächsrunden zum Thema „Wie ist es uns in der Corona-Krise gegangen?“.

Ich habe in Österreich Arbeitsgruppen zu „Neue Technologien“ und „Umweltschutz“ angeregt und werde diese auch begleiten. Neue Technologien sind für Menschen mit Lernschwierigkeiten wichtig! Sonst hätten wir in der Corona-Krise gar nicht zusammenarbeiten können. Und Umweltschutz geht uns alle an!

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen leite ich anschließend an das Büro der EPSA in Brüssel weiter. Die fassen alle Ergebnisse zusammen und machen ein Papier daraus, das in einer Tagung der EU präsentiert wird. So hört die EU unsere Stimmen!

Österreich ist mein Heimatland, wo ich aufgewachsen und zur Schule gegangen bin. Aber Europa ist für mich die Heimat im Großen.

Andreas Zehetner

Lebenshilfe Niederösterreich

Mann bei Bastelarbeiten

Die Lebenshilfe Niederösterreich setzt sich als professioneller Dienstleister für die Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein. Wir handeln überkonfessionell und parteipolitisch ungebunden, begleiten im täglichen Leben, unabhängig von Altersstufen und in jeder Lebensphase.