Adams beeindruckende  Lebensreise zur Lebenshilfe 

Mitarbeiter der Lebenshilfe im Gespräch mit einem Kunden. Mitarbeiter schüttelt dem Kunden die Hand und lächelt diesen freundlich an.

Krieg in Syrien.
Mittendrin: Adam Naser mit seiner Familie in Aleppo. Plötzlich schlägt eine Rakete in das Elternhaus ein – ein einziger Moment, der sein ganzes Leben verändert. Bei der Lebenshilfe Niederösterreich hat er eine neue berufliche Heimat gefunden. 

Bevor uns Adam seine Geschichte erzählt, muss er schlucken. Auch nach über zehn Jahren lassen ihn die einschneidenden Erlebnisse nicht los. Und doch strahlt er eine unglaublich positive Energie aus. Seine Motivation, weiterzumachen – egal, was passiert –, hat ihm ermöglicht, in Österreich ein neues Leben aufzubauen. Heute arbeitet er als Betreuer in der Ilse- Fischer-Werkstätte der Lebenshilfe in Berndorf. Die Lebenshilfe Niederösterreich hat ihm als inklusiver Arbeitgeber eine neue Chance geboten – eine Chance, die er ergriffen hat. Doch dazu später mehr. 

„Eigentlich wollte ich nicht nach Österreich“

… schmunzelt der 37-Jährige. „Es war für mich nur eine Zwischenstation. Ich wollte nach England, denn dort hätte ich keine neue Sprache lernen müssen.“

Dass Adam fließend drei und mit Deutsch vier Sprachen spricht, erwähnt er nur nebenbei. Erst ein langes Gespräch mit einem Syrer in einem Auffanglager brachte ihn dazu, zu bleiben. Nach der beschwerlichen Reise zu Fuß wog Adam nur noch 61 kg und hatte zwei Backenzähne verloren.
Doch sein starker Wille half ihm, in Österreich neu anzufangen.

Am Anfang war alles schwierig: die neuen Menschen, die fremde Kultur und die deutsche Sprache. Doch Adam nahm die Herausforderung an – er wollte endlich neu durchstarten und die Vergangenheit hinter sich lassen.

Ergreife jede Chance, die sich dir bietet – eine zweite hast du womöglich nicht.“
Adam Naser

Als Physiotherapeut und Sportlehrer führte Adam in Aleppo ein erfülltes Berufsleben. Doch in Österreich wurde seine Ausbildung nur teilweise anerkannt. Dennoch wollte er beruflich wieder Fuß fassen und begann, sich bei der Lebenshilfe Niederösterreich freiwillig zu engagieren.


Die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen bereitete ihm von Anfang an große Freude. Nach einiger Zeit wurde ihm eine feste Stelle als Mitarbeiter in einer Lebenshilfe-Werkstätte angeboten – und Adam nahm sie an.

Seit 2014 ist er nun bei der Lebenshilfe Niederösterreich tätig. Als inklusiver Arbeitgeber schafft die Lebenshilfe Niederösterreich nicht nur Jobs, sondern Chancen. Die Vielfalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden als Stärke gesehen und so Talente gefördert – unabhängig von Behinderungen, Herkunft oder persönlicher Geschichte. Die Offenheit im Team, der gegenseitige Respekt und die fairen Entwicklungsmöglichkeiten, das alles bedeutet Inklusion am Arbeitsplatz.
Für diese Chance ist Adam unendlich dankbar.

Ein Job, der mehr als nur Arbeit ist

Wenn man Adam fragt, was ihm an seinem Beruf am meisten Freude bereitet, nennt er sofort die Menschen. Jeder Kunde und jede Kundin geben ihm täglich positive Energie zurück. Ihre Ehrlichkeit fasziniert ihn.


Genauso schätzt er den Zusammenhalt im Team. Die Unterstützung der Lebenshilfe Niederösterreich hat Adam ein neues Leben ermöglicht – sei es beim Absolvieren der verschiedenen Ausbildungen zum Betreuer oder während eines schweren Bandscheibenvorfalls. „Das Team stand die ganze Zeit hinter mir, und mein Chef hat mich sogar mehrmals im Krankenhaus besucht. Das werde ich nie vergessen“, erzählt Adam dankbar.

„Er ist ein zuvorkommender Mitarbeiter, auf den wir uns zu hundert Prozent verlassen können. Seine Wertschätzung und Haltung gegenüber unseren Kund:innen ist sehr stark. Adam ist zuverlässig und scheut sich nicht vor neuen Herausforderungen – es ist schön so einen Mitarbeiter zu haben.“
Helmut Pölzlbauer, Einrichtungsleiter

Blick nach vorn – mit offenen Türen

Seine Pläne für die Zukunft? Niemals aufhören, Neues zu lernen.
Und seine Familie in Syrien besuchen. Denn als mittlerweile österreichischer Staatsbürger stehen ihm alle Türen offen. Die österreichische Staatsbürgerschaft ist ihm wichtig, sehr sogar. Auch dafür für hat Adam hart gearbeitet. Die Staatsbürgerschaft bedeutet für ihn Sicherheit, Zugehörigkeit und neue Chancen. „Es ist ein großer Schritt, der mir noch mehr Möglichkeiten eröffnet“, sagt er stolz.

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